Eisweinlese Jahrgang 2016

Der alljährliche Kraftakt am Weingut, die Eisweinlese und gleichzeitig auch das Weinjahr 2016 ist vorbei. Neben dem Eiswein-Klassiker Grüner Veltliner haben wir dieses Jahr auch rote Eiswein-Raritäten, genauer Syrah und Cabernet Sauvignon, in den Weingärten hängen gelassen. Ganz besonders waren auch die Erntezeitpunkte dieses Jahr: Begonnen haben wir am Neujahrstag um 5:00 Uhr Früh bei -7° Celsius begleitet von exzeptionellem Raureif. Abgeschlossen haben wir zu den Heiligen Drei Königen ab 22:00 Uhr bei Temperaturen zwischen -8° und -10° Celsius.

Neujahrstag

Unser Jahr 2017 hätte nicht besser anfangen können. Nach Mitternacht war das Thermometer bald auf eisweinwürdigen Temperaturen von beinahe konstant -7°C gefallen. Nach 4:00 Uhr waren die Trauben dann gefroren. Angefangen zu Lesen wurde dann um 5:00 Uhr bei klaren Wetterverhältnissen. Wenig später legte sich dichter Nebel in die Weinberge, der die Sonne größtenteils ausblendete. Dadurch konnten bis kurz nach Mittag gefrorene Trauben geerntet werden. Damit schafften wir auch mehr als die Hälfte unserer Eisweinweingärten zu ernten.

Zusätzlich verwandelte der Nebel die Weingärten in ein weiß-glänzendes Winterwunderland voller Raureif – Ein Anblick, der einen für die Mühen früh am Neujahrstag vollkommen entschädigt. Der Wetterbericht stimmte uns für den darauffolgenden Tag ebenfalls optimistisch: Mehr Nebel, mehr Kälte. Daraus wurde leider nur ein Mehr an Nebel. Es blieb die ganze Nacht bei -5°C, was für Eiswein gerade nicht ausreicht. Der zusätzliche Raureif war jedoch gewaltig.

Heilige Drei Könige

Die verbleibenden Weingärten, alle Grüner Veltliner, konnten zu den Heiligen Drei Königen geerntet werden. Die Temperatur blieb tagsüber schon durchwegs unter -4° Celsius bei starkem Wind und fiel schon am Nachmittag massiv. Um 22:00 begann dann die Lese bei etwas unter -7°C und weniger Wind als tagsüber. Als die klare Nacht fortschritt fielen die Grade weiter und der Wind frischte wieder auf.

Als die letzten Trauben des Jahrgangs 2016 um 02:00 gelesen waren, hatte es unter -10°C mit scharfen Windböen. Obwohl die Bedingungen widrig waren, war es für uns alle sehr zufriedenstellend den Jahrgang 2016 endlich abschließen zu können. Durch die tieferen Temperaturen waren die Trauben auch deutlich stärker gefroren. Dadurch mussten wir diesmal deutlich länger pressen bei gleichzeitig höherer Konzentration der Beereninhaltsstoffe.

Die Sorten

Bei uns am Weingut ist Grüner Veltliner der Eiswein-Klassiker schlechthin. In den vielen Jahren, in denen wir Eiswein gekeltert haben, haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass Österreichs Hauptsorte am besten dafür geeignet ist. Die dicken Schalen und die Robustheit der Stöcke sind wichtig damit die Eiswein-Trauben als auch die Weingartenanlage gesund bleiben. Neben diesen weinbaulichen Faktoren ist Grüner Veltliner auch geschmacklich immer wieder hervorragend: Das Zusammenspiel von Aroma und frischer Säure nach der langen Reifeperiode ist immer wieder beeindruckend.

Die roten Sorten in diesem Jahr Syrah und Cabernet Sauvignon sind Ausnahmeerscheinungen. Durch den Frost angeschlagen ließen sich diese Weingärten nicht unterkriegen und setzten dennoch eine moderate Menge an Trauben an. Jedoch war dieser Traubenansatz stark verspätet und unregelmäßig. Für hochwertigen Rotwein wäre die Tanninreife im Herbst nicht ausreichend gewesen. Darum ließen wir diese Sorten erstmals für Eiswein hängen. Und unser Riecher erwies sich als korrekt: Sie waren unter den schönsten roten Eisweintrauben, die wir je im Keller hatten. Wir glauben auch, dass das er erste Eiswein aus diesen Sorten sein könnte. Zumindest in Österreich.